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Unser Bild vom Kind

 

Säuglinge und Kleinkinder brauchen vielfältige Erfahrungen mit sich und ihrem Körper sowie mit ihrer Umwelt, um die bevorstehenden alterstypischen Entwicklungsaufgaben zu bewältigen und eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie die Welt funktioniert.

Jede selbst gemachte Entdeckung, jede neue Erkenntnis ist ein Erfolgserlebnis, das dazu motiviert, immer weiter verstehen und lernen zu wollen.In unserer Kinderkrippe können die Kinder ihrer Neugierde, ihrem Forscherdrang und ihren Interessen nachgehen und sich und ihre Umwelt ausgiebig und über alle Sinne begreifen.

Die Neugier der Kinder zu erhalten und auf immer neue Dinge zu richten ist uns ein wichtiges Anliegen.

Damit sich das Kind entsprechend seines inneren Strebens, seiner Interessen und in seinem Tempo entfalten kann, sehen wir die Schaffung einer spiel- und lernfreudigen Umgebung, eine emphatische, wertschätzende Beziehung sowie die freie Mitbestimmung der Kinder als Voraussetzung für eine gelungene Bildungs- und Erziehungsarbeit.

Dafür bieten wir vielfältige Angebote drinnen und draußen, bei der weniger die Wissensvermittlung, sondern das Experimentieren, Erforschen und Erkunden im Vordergrund stehen.

 

Dabei leben wir den hohen Grundsatz - Spielen ist Lernen!


Im freien Spiel lernen Kinder, sich auszudrücken, etwas zu verarbeiten, zu entwerfen, Fertigkeiten zu erproben und zu trainieren, ihre Denkfähigkeit zu entwickeln, Phantasie und Kreativität zu entfalten, tätig zu sein oder sich auseinander zu setzen.
Träume und Wünsche haben im freien Spiel ebenso Platz wie Sich-selbst erfahren.

pädagogische Schwerpunkte

Da der beste Lehrmeister für Klein- und Kleinstkinder nicht künstlich herbeigeführte Aktionen sind, sondern das Begreifen des Alltags darstellt..

Solche Aktionen sind beispielsweise:

  • zusammenlegen und wegräumen der Lätzchen
  • die Wäsche in die Waschmaschine bringen
  • den Biomüll auf dem Kompost entsorgen
  • die Geschirrspülmaschine ein- und ausräumen usw.

 

Natürlich finden aber auch Einheiten statt wie:

-   1 x pro Woche Entenland zur mathematischen Bildung

-   1 x pro Woche Englischkurs (freiwillig

-   spielzeugfrei

-   Kooperation mit und Besuche in den Kindergärten der Gemeinde

-   gemeinsames Einkaufen in der Region bei Bäcker, Metzger, Fein- und Naturkostladen und in der Apotheke

-   Entspannungstraining u.v.m.

Ästhetische Bildung

Bei der Weltentdeckung der Kinder spielt die ästhetische Bildung eine zentrale Rolle.

Um die Kinder dabei aktiv zu unterstützen, legen wir verstärkt Wert auf die Kreativ-förderung der uns anvertrauten Kinder, denn Lernen betrifft nicht nur den Erwerb von Wissen und Kenntnissen, sondern Lernen umfasst alle Veränderungen, die aufgrund von Erfahrungen zustande kommen. Somit verbindet Lernen kognitive, soziale und affektive Bereiche im Verhalten.

Prof. Spitzer, ein renommierter Hirnforscher, konnte nachweisen, dass Erfolgserlebnisse von Kindern in kreativen Handlungen und durch eigenaktiv entdeckendes Erschließen der Umwelt Glücksgefühle auslösen, die zu weiterem Lernen motivieren und das Hirn zu vermehrten Aktivitäten veranlassen. Auch in jeder Problemlösung liegt ein vorangegangener kreativer Prozess zur Bewältigung zugrunde.
Kreativität ist eine von Neugierde geprägte Aktivität, die zu eigenen, neuen, schöpferischen Ergebnissen und Problemlösungen führt.

Im künstlerisch-ästhetischen Gestalten fördern wir zudem alle nicht-sprachlichen Ausdrucksformen, die Grundlage für motiviertes Lernen und kognitive Entwicklung darstellen.

Dialekt

Wir sind eine Kindertageseinrichtung in Bayern und pflegen aus diesem Grund neben den Traditionen auch unseren Dialekt, d.h. wir singen mit den Kindern immer wieder Lieder oder machen Fingerspiele in bayerischem Dialekt. Auch im Alltag sprechen die Erzieher/-in mit den Kindern nicht speziell Hochdeutsch, sondern jede in ihrer eigenen Mundart.

Das Vorurteil, dass die Kleinen im Kindergarten oder der Schule Nachteile durch einen Dialekt haben könnten, stammt aus den 1960er Jahren. Damals wurden Dialekte mit einem niedrigen sozialen Status verbunden. Inzwischen sind sich Wissenschaftler jedoch einig: Ob Bayerisch oder egal welcher Dialekt – Kinder, die zusätzlich zum Hochdeutsch einen Dialekt sprechen, somit also bilingual aufwachsen, sind im Vorteil.Für die Hirnforschung gilt ein Dialekt gleichzeitig zur Standardsprache als Zweitsprache. In der Wissenschaft weiß man heute, dass Bilingualität immer von Vorteil für die geistige Entwicklung von Kindern ist. Kinder, die zusätzlich Dialekt sprechen, bemerken bereits sehr früh den Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Sprache. Das ist so bedeutend, weil selbst im exakten Hochdeutsch nicht alles so geschrieben wird, wie man es spricht.Der Dialekt ist auch immer - und das ist uns besonders wichtig - Ausdruck der eigenen Identität.

Dialekte fördern durch ihre Fülle an bildhafter Redensarten die Kreativität und machen die Sprache lebendiger.

Entenland

Wir sind eine Entenland zertifizierte Einrichtung! Wir bieten diese Bildungseinheit für die größeren Kinder einmal pro Woche regelmäßig an.
Die Entdeckungen im Entenland richten sich an Kinder im Alter von ca. zweieinhalb bis vier Jahren.
Die allgemeine Zielsetzung des Projektes ist es, die Kinder zu befähigen, in der Vielfalt und Flüchtigkeit der Dinge klare Strukturen und zuverlässige Beständigkeit zu erkennen. Die Gestaltung sechs verschiedener Lernfelder ist vor allem von folgenden vier pädagogischen Prinzipien geprägt: Ganzheitlichkeit, Selbsttätigkeit der Kinder, soziales Verhalten und Lernen von Zusammenhängen. 

Erziehungsbereiche

Themenbezogene Bildungs- und Erziehungsbereiche

Das sich entwickelnde und lernende Kind steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Dabei wird es als Individuum gesehen, das auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit angelehnt und mit Neugier und Kompetenzen ausgestattet ist.

 

Wertorientierte und verantwortungsvoll handelnde Kinder
Jedes Kind hat das Recht, vertrauensbildende Grunderfahrungen zu machen. Es ist darauf angewiesen, in Wertorientierung, Emotionalität, sozialen Beziehungen und Konflikten, Erfahrungen zu sammeln.

Dies stärkt es in der Ausbildung des Einfühlungsvermögens sowie der sozialen Urteils- und Bewegungsfähigkeit (z.B. Rituale, Feste, Gesprächsregeln usw.).

 

Sprach- und medienkompetente Kinder
Um am gesellschaftlichen und kulturellen Leben voll teilhaben zu können, sind wesentliche Kommunikations- und Sprachkompetenzen Voraussetzung. Durch Informations- und Kommunikationstechniken und verschiedenste Medien soll das Kind zum Dialog angeregt werden (z.B. Lieder, Reime, Gedichte, Bilderbücher usw.).

Es soll Freude am Sprechen und der Kommunikation entwickeln.

Fragende und forschende Kinder
Alltagsphänomene, Natur und Technik wecken beim Kind hohes Interesse. Es gilt, die Begeisterung des Kindes an Mathematik, Naturwissenschaft, Technik und Umwelt zu erkennen und Forschergeist zu entwickeln. Das Kind soll in den verschiedensten Lebensbereichen Erkenntnisse sammeln. Erfahrungen mit Verlässlichkeit, Beständigkeit und Wiederholbarkeit führen zu sachgerechtem und sinnvollem Umgang mit diesen Erkenntnissen im Alltag (z.B. Mengen- und Raumerfahrung, Experimente, Forschen, Naturbeobachtung usw.).

 

Künstlerische Kinder
Von Geburt an lernt das Kind, mit allen Sinnen seine Umwelt aktiv wahr zu nehmen. Der Motor der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung ist Neugierde, Lust und Freude am eigenen schöpferischen Tun und Ausdrücken.

Den Kindern genug Zeit und Möglichkeit im kreativ gestalterischen Bereich zu bieten ist wichtig. Dadurch sollen sie ihre Vorlieben, Begabungen und Interessen entdecken und vertiefen (z.B. Musizieren, Singen, Tanzen, Gestalten, Malen, Arbeitsmaterial kennen lernen usw.).

 

Starke Kinder
Für eine positive Gesamtentwicklung sind die verschiedensten Körper- und Bewegungserfahrungen von fundamentaler Bedeutung. Grundlegende Einstellungen und Gewohnheiten für gesundes Verhalten entwickeln sich bereits in den ersten Lebensjahren. Durch Bewegung, Rhythmik, Tanz, Sport und Gesundheitserziehung lernt das Kind mit seinem Körper umzugehen.

Für sein Wohlergehen, seinen Körper und seine Gesundheit beginnt das Kind selbständig Verantwortung zu übernehmen (z.B. Koordination, Esskultur, Körper-pflege, Motorik usw.). Durch diese Selbstwirksamkeit wird es resilient.

Resiliente Kinder trauern und leiden wie andere auch, bleiben aber nicht im Sumpf aus Trauer und Selbstmitleid stecken, sie werden selbst aktiv, denn sie haben gelernt, dass sie durch ihr Handeln etwas bewegen können.

Resiliente Kinder rechnen damit, dass ihr Handeln Erfolg haben wird und sie glauben an ihre Fähigkeiten.

Eine unserer wesentlichen Aufgaben ist es daher, die uns anvertrauten Kinder zu Resilienz und persönlicher Stärke zu erziehen: Damit aus ihnen Erwachsene werden, die fähig sind, über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen und die nicht auf Glück oder Zufall vertrauen, die die Dinge ihres Lebens selbst in die Hand nehmen, sich bietende Möglichkeiten ergreifen und ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten haben.

 

Darum legen wir bei so viel Wert auf Bewegung:

Noch nie hatten Kinder so viele Sachen zum Spielen, noch nie gab es so viele Einrichtungen, die sich um ihre Freizeit, ihre musikalischen und sportlichen Aktivitäten kümmern wie heute.

Im Alter zwischen einem und sechs Jahren entdeckt das Kind seine Welt durch Bewegung, es eignet sich seine Umwelt über seinen Körper und seine Sinne an. Es entdeckt seine Welt durch eigenes Tun. Dafür braucht es ausreichend Gelegenheit, um diesem elementaren Grundbedürfnis nachkommen zu können. Die Lebensbedingungen in unserer hochtechnisierten, motorisierten Gesellschaft engen den kindlichen Bewegungsspielraum jedoch zunehmend ein. Wenig förderlich sind auch der ständig steigende Medienkonsum und die daraus resultierende Verarmung der unmittelbaren kindlichen Erfahrungswelt tragen dazu bei, dass das Kind in seinem Bedürfnis nach Eigenständigkeit immer mehr eingeschränkt wird.

 

Das Spiel

„Das Spiel ist die höchste Form der Kindesentwicklung“

(Fröbel-Zitat)

 

Das Spiel ist die elementarste Form des Lernens.

Es variiert je nach Alter, Interesse, Entwicklungsstand und Bedürfnis des Kindes. Die Entwicklung der Spielfähigkeit und des Spielverhaltens hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, so insbesondere von den Spielmaterialien und der Unterstützung seitens der Erwachsenen und ist daher individuell zu beobachten.

Im Spiel verarbeitet das Kind Erlebnisse aus dem eigenen Leben, tritt in Interaktion mit anderen Kindern und lernt somit auch spielend seine Umwelt kennen.

Das freie Spiel zur Entwicklung von Unabhängigkeit, Selbständigkeit, Kreativität und Fantasie, hat in unserer Einrichtung einen sehr hohen Stellenwert.

Es bedeutet für das Kind: freie Wahl des Spielpartners, des Spielortes und des Spielmaterials. Diese freie Entscheidungsmöglichkeit und Mitbestimmung der eigenen Erfahrungswelt ist ein erster Schritt zur Partizipation in unserem demokratisch ausgerichteten Kulturkreis.

Die pädagogischen Fachkräfte nutzen besonders die Zeit des freien Spiels für die gezielte Beobachtung der Kinder.

 

Herzensbildung

„Der Mensch kann Wunder nur erleben, wenn er bereit ist,

sein Herz und seine Augen für sie zu öffnen.“

(Augustinus von Hippo)

Bei der „Herzensbildung“ (emotionale Intelligenz - EQ) geht es um Persönlichkeits-entwicklung und zwar im Hinblick auf mitmenschliche Qualitäten.

Dafür braucht es einen herzensorientierten Erwachsenen (Modelllernen beachten).

 

Das Herz ist der wichtigste Muskel eines Menschen! Wird es nicht gut gepflegt, dann erkrankt das Herz und es drohen sowohl körperliche als auch seelische Leiden.


Herzensbildung heißt Einfühlungsvermögen, sich selber gut zu kennen, andere zu respektieren, mitleiden zu können, ein soziales Wesen zu werden. Herzensbildung ist die Ergänzung zur reinen Wissensvermittlung, denn Wissensmenge ist nicht das einzige Kriterium für einen gebildeten Menschen!

Er braucht ebenso Schlüsselqualifikationen aus dem Reich des Herzens, der Emotio-nalität und der Menschenkenntnis.

Emotionale Intelligenz basiert auf aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung die besagt, dass Fühlen und Denken nicht getrennt werden können. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Herzensbildung und Lebens-Erfolg in beruflicher als auch persönlicher Hinsicht. Für Leistung muss demzufolge ein emotionales Fundament bereit stehen.
Um den EQ bestmöglich zu fördern bedarf es Erzieher/-innen mit Kopf, Herz und Hand (Pestalozzi), die sich auf ihre eigentlichen Fähigkeiten besinnen und die Herzensbildung wieder in den Vordergrund ihres pädagogischen Handelns und Bestrebens rücken.

Aus Studien zur Herzensbildung wissen wir, dass Kinder mit hoher emotionaler Intelligenz über ein stabiles Selbstwertgefühl verfügen. Sie haben Strategien zur Problemlösung gelernt.

Um für die Zukunft bestehen zu können, müssen Kinder heute mehr denn je Eigenschaften haben wie Teamfähigkeit, Konfliktmanagement, die Kraft, wieder aufzustehen.

Den bewussten Umgang mit den eigenen Gefühlen lernen, an diesem Punkt wollen wir in unserer Tageseinrichtung verstärkt ansetzen.

Gefühle bilden die Gleise für den Zug des Lebens; wenn sie in der Kindheit breit angelegt werden, ist ein späteres Entgleisen unwahrscheinlich.

 

Natur und Umwelt

Wir legen in unserer Einrichtung besonders großen Wert auf die Achtung der Natur und der Nachhaltigkeit. So ist es für uns selbstverständlich, Müll zu trennen und Gartenabfälle auf dem krippeneigenen Kompost zu entsorgen. Auf diese Weise lernen die Kleinsten am praktischen Beispiel den Weg von unserem Biomüll zum Kompost und die Verwendung der entstandenen Erde für unsere Krippenbeete.

 

Musik

Wir alle sind von Geburt an musikalisch. Das Ohr ist das erste Sinnesorgan, das im Mutterleib fertig ausgebildet wird. Schon Ungeborene reagieren auf musikalische Reize und nach der Geburt geht es weiter: Die zur Geräuschverarbeitung notwendigen Nervenbahnen prägen sich deutlich früher aus als die für das Sprechen.
Diese angeborene Musikalität verkümmert, wenn sie nicht Gelegenheit, Unterstützung und Ermutigung bekommt. Hier ist vorrangig auch die Familie gefragt.

 

Vorteile einer musischen Erziehung:

·  Musik macht einfach nur Spaß und fördert die Gemeinschaft

·  Musik berührt und wirkt auf unsere Emotionen
Wir singen, um Kinder zu beruhigen, oder Langeweile zu vertreiben. Wir singen beim Wandern oder um uns aufzumuntern. Musik kann uns begeistern, sie kann uns fröhlich stimmen oder traurig, aggressiv oder entspannt.

·  Durch Musik können wir unser Innerstes ausdrücken
Musik wirkt aufs Herz und den Verstand. Gedanken und Phantasie des Spielenden oder des Zuhörers können sich kreativ entfalten, denn Musik ist frei interpretierbar.

·  Musik macht schlau

·  Das menschliche Gehirn ist dann am leistungsfähigsten, wenn beide Gehirnhälften eng vernetzt arbeiten. Beim Musizieren sind die rechte und linke Hirnhälfte gleichzeitig aktiv, das ganze Gehirn ist aktiv am Prozess beteiligt. Musizieren ist eine der komplexesten menschlichen Tätigkeiten.

·  Schon bei ganz einfachen Stücken werden sowohl der Intellekt, als auch Motorik, Gefühl und Sinne angesprochen. Musik schult die Feinmotorik und das zeitliche und räumliche Vorstellungsvermögen. Vor allem Letzteres erleichtert es, in Mustern und Strukturen zu denken und Abstraktionsleistungen zu erbringen, wie sie für die Naturwissenschaften notwendig sind.

·  Musik schult soziale Fähigkeiten
Aufeinander hören, sich aneinander orientieren - gemeinsam musizieren bedarf Ausdauer, Aufmerksamkeit und Verantwortung.

Durch das selbstverständliche Einbringen von Musik in den normalen Krippenalltag (z.B. Instrumente im Freispiel oder Morgenkreis, Singen beim Händewaschen, Spazierengehen usw.) fördern und erhalten wir Kindern ihre musikalische Grundbildung und bereichern dadurch das Leben der uns anvertrauten Kinder.

 

Jahreszeitliche Feste und Brauchtum

Jahreszeitliche sowie religiöse Feste werden bei den Donaufischerl in altersgerechter Form gefeiert. Die Kinder lernen dadurch Rituale kennen, die das Leben strukturieren und ordnen helfen.

 

Wir gehen auf Feste und Bräuche unterschiedlicher Religionen ein.

 

 

Rituale

Wir legen großen Wert auf die Einhaltung bestimmter Rituale. Sie geben den Kindern Orientierung und Sicherheit.

Daher ist unser Tagesablauf fest strukturiert und überschaubar.

Für das Händewaschen, das Essen und für Geburtstagsfeiern gibt es entsprechende Lieder, die das bevorstehende Ritual ankündigen und einleiten.

 

Sauber werden

Absichtlich verwenden wir nicht das Wort „Sauberkeitserziehung“. Das Sauberwerden ist keine Sache von Erziehung, sondern liegt ganz alleine beim Kind. Es kann auch nur gelingen, wenn das Kind von sich aus signalisiert, dass es dazu bereit ist, sauber und trocken zu werden. Wenn ihm der Drang, den Darm oder die Blase zu entleeren, bewusst wird, drückt es dies in seinem Verhalten aus. Es verzieht beispielsweise das Gesicht, nimmt eine typische Körperhaltung ein oder macht, wenn es sich mit Worten schon ausdrücken kann, auf das bevorstehende „Geschehen“ aufmerksam.

Das bewusste Wahrnehmen der Blasen- oder Darmentleerung ist die Voraussetzung, damit das Kind diesen Vorgang willentlich kontrollieren kann. Studien haben gezeigt, dass das Kind den Urin- und Stuhldrang nicht früher spürt, wenn es sehr früh und häufig auf den Topf gesetzt wird.

Bei den Donaufischerl zwingen wir das Kind grundsätzlich nicht zur Sauberkeit, denn wir wissen, dass dies genau wie das Laufen oder Sprechen das Ergebnis der körperlichen und geistigen Entwicklung des Kindes ist.

Die zu frühe oder zwanghafte „Sauberkeitserziehung“ kann fatale Folgen haben: Das Kind entwickelt evtl. Versagensängste, wird rückfällig oder nässt nachts ein. Im schlimmsten Fall entwickelt sich später ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper und zur Sexualität.

 

Spielzeugfreie Zeit

In unregelmäßigen Abständen wird bei den Donaufischerl das Spielzeug in Urlaub geschickt und es ist spielzeugfreie Zeit.

Dieses Projekt soll Kindern einen Zeit-Raum und einen Spiel-Raum schaffen, sie sollen ihre Möglichkeiten und Grenzen erproben mit dem Ziel, die Kreativität der Kinder zu fördern.

Anfangs langweilen sich die Kinder vielleicht, wenn keine (industriellen) Spielsachen zur Verfügung stehen. Mit der Zeit werden die Kinder jedoch lernen, sich intensiv mit den wenigen Dingen zu beschäftigen, die vorhanden sind.

Da die Kinder in einer konsumorientierten Gesellschaft aufwachsen, können sie durch die spielzeugfreie Zeit zur Ruhe kommen und regen durch das Spiel mit Naturmaterialien oder nicht industriell gefertigten Spielmaterialien ihre Fantasie an.

In dieser besonderen Zeit gehen alle Aktivitäten und Spiele konsequent von den Kindern aus, so können sie bestimmte „Lebenskompetenzen“ erwerben, erleben und weiterentwickeln.

Dazu gehört auch zu erfahren, dass nicht immer alles klappt, dass man Fehler macht, dass man auch einmal Frustrationen aushalten muss, ohne dass diese gleich von Erwachsenen ausgeglichen werden.

Diese Lebenskompetenzen sind u.a. Schutzfaktoren gegen Sucht. In der Suchtforschung gibt es Hinweise darauf, dass Menschen, die vielfältige Lebenskompetenzen entwickelt haben, die mit Stärken und Schwächen umgehen können, die Handlungsalternativen selbst entwickeln können, deutlich weniger suchtgefährdet sind als Menschen, die dies nicht können.

Für die Kinder heißt das:

-       Kreativität und Fantasie fördern

-       Spielmaterial selbst schaffen

-       Entdecker und Erfinder sein

-       eigene Kräfte mobilisieren

-       Zeit zum „Nichts tun“ haben, um eigene Ideen entwickeln und dann tun können

-       Schwächen erkennen und akzeptieren lernen

-       untereinander von den Stärken der anderen Kinder profitieren

-       ein hohes Maß an Selbstbestimmung

-       einen reduzierten Umgang mit Konsumgütern genießen

-       statt dessen lernen, nach alternativen Ideen zu suchen

-       sich durch Sprache verständlich machen und andere verstehen

-       eigene Bedürfnisse wahrnehmen

-       Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen

-       sich selbst eigene Aufgaben stellen

-       Probleme wahrnehmen und Lösungen finden

 

Spielzeug ist eines der beliebtesten Konsumgüter von Kindern. Es regt Kinder zu Vielem an, aber wir wissen alle, dass Spielzeug heutzutage im Überfluss vorhanden ist. Gerade aus diesem Überangebot resultieren oftmals Langeweile und Frustration. Wenn Spielen immer weniger von kindlichen Fantasien und Bedürfnissen und immer mehr durch Fertigprodukte geprägt wird, die das Spiel schon vorgeben, ist es wichtig, Kindern wieder den Freiraum zu verschaffen, zu sich selbst zu kommen und für einen begrenzten Zeitraum eine andere Erfahrung zu machen.

 

In den Räumen bleiben z.B.:

-       Schachteln

-       Papprollen

-       Korken

-       Eierschachteln

-       Tücher, Decken, Kissen

-       Wolle

-       Papier

-       Stifte

-       Scheren

-       Zapfen

Spielzeugfrei bedeutet für das Fachpersonal:

        Hilfe zur Selbsthilfe geben

        unterstützende Partner und Begleiter/-innen der Kinder sein

        keine vorgegebenen Lösungen anbieten

        in eine beobachtende Rolle gehen

        weg von der Animation

        hin zu einem interessierten Beobachter/-in

        eigenes Verhalten kontrollieren und reflektieren

        Erfahrungen und Ergebnisse an die Eltern weitergeben und evtl. dokumentieren

 

 

 

UNSER HIGHLIGHT:

 

Tiergestützte Pädagogik

Seit dem Bildungsjahr 2016 arbeitet ein Pädagogikbegleithund in unserer Einrichtung mit.

Ziel der tiergestützten Pädagogik ist es, alle pädagogischen Maßnahmen anzuwenden, um mit dem geplanten Einsatz des Tieres positive Auswirkungen insgesamt auf den Menschen zu erreichen.

 

Der Hund eignet sich zu dieser Arbeit besonders, da er von Natur aus sehr neugierig ist und den Kontakt zu anderen Sozialpartnern sucht. Er genießt die Aufgaben, die ihm gestellt werden und das gemeinsame Spiel. Zudem drückt der Hund seine Körpersprache durch Mimik und Gestik aus und spiegelt daher optimal das Verhalten seines Gegenübers.

 

Bei Hemmschwellen oder Unsicherheiten ist er ein idealer Eisbrecher und hat immer eine neutrale und unvoreingenommene Haltung.

 

Durch diese Haltung ist es möglich, eine positive Lern- und Arbeitssituation zu schaffen, da der Hund als Motivator im Hintergrund steht.


Auch bei Verlust oder Angstsituationen ist der Hund ein treuer Begleiter, da er als tröstender Freund Nähe sucht, den Raum zum gemeinsamen Kuscheln gibt und zum stillen Zuhörer wird.

Vorteile einer tiergestützten Kindertageseinrichtung:

 

Sozial-emotionaler Bereich

-       Stärkung des Selbstbewusstseins

-       Kontaktaufnahme

-       Übernahme von Verantwortung

-       Einhalten von Regeln

-       Anregen von Kommunikation

-       Abbau der Angst vor Hunden

 

Motorik und Wahrnehmungsbereich

-       Motivation zur Bewegung

-       Verbesserung des Kräfteeinsatzes / Dosierung (Putzen, Streicheln des Hundes)

-       Förderung der Grob- und Feinmotorik

-       Koordinationstraining

 

Kognitiver Bereich

-       Ausbau der Gedächtnisleistung

-       Förderung von Sprache und Körperhaltung

-       Training von Geduld, Ausdauer und Konzentration<xml></xml>

Eingewöhnung

Da eine starre Eingewöhnung nach einem Modell nicht den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht wird, lehnen wir uns an das Münchner sowie das Berliner Eingewöhnungsmodell an und gestalten die Eingewöhnung speziell nach den Erfordernissen, die uns die Kinder vorgeben.

Vor Beginn der Eingewöhnung vereinbaren wir mit den Eltern einen Termin zu einem Erstgespräch, in dem alle wichtigen Punkte rund um das Kind und den Krippenalltag geklärt werden.

Die Eltern sollten sich vor Beginn der Eingewöhnung bewusst und mit gutem Gefühl zu dem Schritt der Trennung von ihrem Kind bereit fühlen.

So können sie ihrem Kind von Beginn an signalisieren, dass diese neue Situation keine bedrohliche ist und dem Kind gegenüber Sicherheit ausstrahlen.

Unabhängig davon, aus welchen Gründen sich Eltern entscheiden, ihr Kind in einer Krippe betreuen zu lassen, werden viele von ihnen von Schuldgefühlen geplagt.

Wie neue Forschungsergebnisse zeigen, ist dieses schlechte Gewissen dem Kind gegenüber unbegründet. Krippenkinder sind in ihrer Entwicklung nicht benachteiligt. Im Gegenteil, sie erhalten vielfältige Erfahrungs- und Austauschmöglichkeiten, die ihnen durch eine alleinige familiäre Erziehung verwehrt bleibt.

Bei den Donaufischerl werden bis zu zwei Kinder pro Gruppe gleichzeitig eingewöhnt. Jedes Kind und dessen Begleitperson bekommt eine Bezugsbetreuerin zur Seite gestellt. Schon sehr bald kommen alle anderen Erzieher/-innen in den Eingewöhnungsprozess mit hinzu.

Es werden ca. vier Wochen für die Eingewöhnung eingeplant.

Den Zeitrahmen geben die Erzieher/-innen aufgrund ihres fachlichen Verständnisses vor.

In der Zeit der Eingewöhnung kommen die Kinder täglich.
Alles Weitere kann unserem Handzettel beim Erstgespräch entnommen werden.