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Unter Eingewöhnungszeit versehen wir die ersten Wochen, die ein Kind, zuerst in Begleitung seiner Mutter oder seines Vaters oder auch alleine in der Krippe verbringt. In dieser Zeit wird dieses Kind viele Veränderungen in seinem Leben spüren, viele neue Eindrücke sammeln und vielleicht zum ersten Mal mit Erlebnissen von Trennung und Abschied konfrontiert sein.

So individuell, wie die Kinder sind, ist auch die Eingewöhnungszeit. Manche Kinder kommen in die Einrichtung und wollen sofort die neue Situation erobern. Sie haben dann oft nicht mal die Zeit sich bei den Eltern zu verabschieden. Andere Kinder wiederum fühlen sich überfordert und brauchen die Nähe der Eltern noch länger.

Für die Familien ist die Aufnahme ihres Kindes in die Kinderkrippe etwas Neues und Fremdes, das evtl. mit Unsicherheit behaftet ist. Um die Trennungssituation von der Familie gut zu gestalten, soll dem Kind die Möglichkeit gegeben werden, behutsam und allmählich in die neue Situation hineinzuwachsen, sich mit den vielfältigen neuen Eindrücken aktiv auseinander zusetzen und Gefühle von Schmerz und Trauer bei der Trennung zu bewältigen. Für diesen Lernprozess brauchen die Kinder unbedingt die Unterstützung ihrer Eltern oder der Person, die sie in den Wochen und Monaten vor Krippeneintritt primär betreut hat.

Aber nicht nur das „neue“ Kind braucht diesen behutsamen Übergang. Auch für die Eltern ist es eine neue Erfahrung. Aufgabe der Eingewöhnungsgestaltung ist es deshalb, allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, sich aktiv mit der neuen Situation auseinander zusetzen, sich kennen zu lernen, von ihrem Standpunkt aus Schritte zu einem gemeinsamen Verstehen zu gehen und zu lernen diese Umbruchsituation positiv zu bewältigen. Alle Beteiligten haben Anspruch darauf, dass ihre Gefühle und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. Die Notwendigkeit der Eingewöhnung besteht für alle Altersgruppen, die Gestaltung der Eingewöhnungsphase wird jedoch unterschiedlich sein.

In der Eingewöhnungszeit kann das Kind auch die Einschätzung von Mutter und Vater gegenüber der Erzieherin bzw. dem Erzieher beobachten, die für das Kind von sehr großer Bedeutung ist. Es wird sehen, ob auch die Mutter oder der Vater den/die Erzieher/in für geeignet hält, Aufgaben zu übernehmen, die bisher den Eltern vorbehalten waren.

Durch die schrittweise Steigerung der Aufenthaltsdauer wird das Kind in der Eingewöhnungszeit den Tagesablauf in der Kinderkrippe erleben können. Die Wiederholung und Regelmäßigkeit der Ereignisse werden ihm Sicherheit geben, dass es in der Kinderkrippe nichts unerwartetes und angstmachendes erwarten muss. Erst wenn diese Sicherheit gegeben ist, wird es sich in andere Bereiche vorwagen und auf die Anwesenheit der Eltern verzichten können.

Um mit jeder Familie die Eingewöhnungsphase individuell zu gestalten, werden nach Möglichkeit nur ein bis zwei Kinder zeitgleich neu aufgenommen. Wir erwarten von den Eltern, ihren Kindern mindestens 2 Wochen Zeit für die Eingewöhnung zu geben. In dieser Zeit sollen die Eltern das Verhalten und den Umgang ihres Kindes in der Gruppe aktiv miterleben und stehen mit dem betreuenden Fachpersonal im Gespräch. Die gemeinsamen Zeiten sollten kontinuierlich verringert werden, bis ihr Kind einen Übergang und eine gute Eingewöhnung in die neue Gruppe erfahren hat.